The Sea (An Ode To The Thing That Separates Us)

An einem Ort gestrandet, wo sonst kein Mensch ist. Seltsam, wie gut das ist.

Auf diese eine Blaupause starren und nichts wiederfinden. Koordinaten verrutscht, eingezeichnete Linien begangener Wege verwischt, Verbindungen gekappt.

Ich habe mich verlaufen.

Das Neue schon sichtbar und das Alte noch lange Schatten werfend. In denen ich mich vorm allzu grellen Licht schütze. Mich verstecke. Vor Ansprüchen Anderer. Vor Forderungen, die  ich weder erfüllen kann noch will.

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Über allem weht Schmerz. Körper, Gedanken, Gefühle. Alles ohne Namen. Alles tut weh.

Was ist dieses “ Ich “ ? Identifizierung nicht möglich, Identifikation nötig.

Ich folge dem Schmerz in Erinnerungen, taste mich an uralten Narben entlang zum Sinn des Ganzen.

“ Gehe da nicht allein rein, es ist zu früh zu spät zu verworren…du wirst die Orientierung verlieren.“ ruft er mir warnend zu. “ Das ist längst passiert, aber wenn ich einmal  hier bin…“ lache ich. Weine ich. Oft Beides im dysfunktionalen Takt.

Ich bin hier und da nicht zum ersten Mal.

Ich verstehe es nicht, aber ich fühle mich irgendwann wieder gut…solange ich allein bin. Oder mit dem Kind. Alle anderen sozialen Kontakte, egal auf welche Art: vor allem schwierig. Zähle alles mit, jede noch so winzige Irritation, jede kleine Schieflage zwischen mir und den Anderen. Sammle Kränkungen an und füttere damit unwillentlich meine Unsicherheit.

Als gäbe es nichts Anderes. Was nicht stimmt. Nur die Unsicherheit: sososo gefräßig und alles verschlingend…ich bekomme Angst vorm Rausgehen. Ich bekomme Angst davor, Leute zu treffen. Vor allem die, die ich mag.

ANGST.

So große, dass ich zum ersten Mal seit ewig darüber nachdenke, Hilfe von Fremden anzunehmen. Sogenannte professionelle, obwohl ich das als nicht zutreffend empfinde. Der einzige Profi in Sachen ich bin ich. Wenn ich nur wüsste, wer oder was das ist.

Überhaupt: Hilfe annehmen. Oarrr. Das fällt mir so schwer. Vielleicht auch, weil ich so verdammt oft dieses Jahr KEINE Wahl hatte…wie auch schon das Jahr davor. Vielleicht auch, weil ich mir letzlich immer aus allem selbst herausgeholfen habe. Vielleicht auch, weil ich es gewohnt bin, in Krisenzeiten immernoch überragend zu funktionieren…um die Abwesenheit von Krisen dann als eigentümlich zu empfinden.

Sich stellen oder weglaufen. Nicht genug Zeit haben, sich das zu fragen. Weil ich mich noch um mehr als nur mich selbst kümmern muss.

Nur dass sich das mit dem Kind nicht nach Müssen anfühlt. Woran liegt es nur, dass an dieser Stelle immer alles gut ist. Auch wenn es kracht und scheppert. In mir und um uns herum.

Weich und warm. Flauschhöhliges Geborgen.

Es ist schön hier und alles ist klar. Ich liebe. Oh, dieses Kind. Die Art, wie es in die Welt sieht, in sie hineingeht und mit zu uns nach Hause bringt. Sich und mir erklärt. Mit dem Kind gibt es kaum Platz für Furcht. Ich bin DA, ich bin schon groß und das Kind nicht mehr so klein, glucksend hole ich Zuneigung aus allen Ritzen hervor und gebe sie dem Kind. Während ich mich trotzdem wundere, dass sie offenbar niemals versiegt. Wie wir zusammen Sinn machen und wenn es nur ist, “ damit die Wohnung nicht alleine ist, Mama.“ In der Welt des Kindes ist der Bus zum Kinderladen zu spät, weil er schließlich auch mal schlafen muss. Der Bauch hatte eben noch Hunger auf Schokolade, da kann ICH nichts machen, isso . Nein, ich hab’jetzt keine Zeit…das neue Lieblingskuscheltier, eine rosa Schweineflauschigkeit, weint und blutet ein bisschen, siehst du das nicht…ich muss es trösten, warte mal, ohhkeyyyy ? Zum Dritten Geburtstag wird GANZ Kreuzberg eingeladen, das schließt auch den einen Rauschebaum mit ein und die großen Krähenvogel, die sich immer auf die Autos setzen ( Wohnen die da, Mama ?). Der unsympathische Kinderarzt wird mit einem “ Hej, du musst fragen, das ist MEIN Fuß“ auf unbedenkliche Größe gestutzt und überhaupt…wie es dafür seinen, aber auch meinen Freund*innen über alle Wege traut. Ich kann nur staunen und lernen. Kaum glauben, dass das auch was mit mir zu tun haben muss.

Ja, so ging das wohl.

Manchmal schaffe ich es jetzt wieder mein Selbst-Bewusstsein mitzunehmen. Über die Türschwelle und raus in das da Draußen. Lange Zeit endete unser gemeinsamer Weg dort.

Offenbar habe ich jetzt eine Panzerhaut und als ich sie näher betrachte, sehe ich, dass ich sie gemacht habe. Wenn ich mich nur erinnern könnte.

Immerhin: sie schützt mich. Nach dem langen Rückzug fange ich wieder an, mich zu ver_wehren.

Meine alte Freundin Abgrenzung. Vielleicht noch mehr da, wo Menschen, Situationen, Zustände mir nicht guttun. Manchmal einfach gehen und nicht umgucken. Sich selbst an erste Stelle setzen, auch wenn es sich komisch ungewohnt anfühlt.

Wie ich bisweilen Menschen bewundere, die gezielt durch ihre Leben (zu) spazieren (scheinen). Mein innerer Kompass ist außer Funktion und das kümmert mich nur immer im Verhältnis zu Anderen. Da dann gewaltig. Weil es für alles ein Haltbarkeitsdatum zu geben scheint, auch für die Suche nach deinem Platz in der Welt.

Ich hatte jedenfalls das ganze Jahr solchen Hunger nach Meer. Dabei hatte ich es die ganze Zeit in mir.

Menschen, Mythen, MUTTIationen

Ein Abgesang
Intro
Ich war auch vorher nicht frei. Zumindest hatten die strukturell geschmiedeten Ketten aber eine hübsch ordentliche Länge und so konnte ich mir manchmal wirksam einreden, dass sie gar nicht da wären.
Freiheit. Was auch immer das bedeutet für dich.

Für mich meint es auch das Privileg der Wahl zu haben.

Werden und Sein, was ich bin um leben zu können, wie ich will. Zusammen mit denen, die mir wichtig sind.

Ohne Ab_Bewertung, Kommentierung, Unterdrückung. Gar Schlimmeren ausgesetzt zu sein.

1.Strophe

Die Feststellung, dass ich nicht krank sondern schwanger bin, erfolgte parallel zur Erkenntnis, dass ich mich lebensverändernd geirrt hatte. Gleichberechtigung™ in leuchtenden Bustaben nun also auf eine Familienpackung geklebt. Der Inhalt unverändert. Vom Menschen zur Nur-Noch-Abgesandten meines Uteruses in weniger als neun Monaten. Frondienste folgend. Jegliche Rechte abgetreten an die heilige Mutter. Am Ende vollständige Muttiation.

Eine Ode an die Unfreiheit.

Wenn tatsächlich mehr erreicht wurde als das vielbesungene Neue Väter am Wochenende in durchgentrifizierten In-Bezirken Buggyschaulaufen betreiben, warum fehlt es dann immer noch allerorten an sicht- und spürbaren Konsequenzen ? Wenn von diesen dann – im immernoch seltenen Fall, dass ihre Elternzeit mehr als einige Monate beträgt – umgehend Bücher niedergeschrieben werden oder sie die Feuilletons namhafter Tageszeitungen mit ihren Leidensgeschichten befüllen müssen, bekommt das am Ende nur wieder den Stempel BESONDERS. Ein in Worte gegossenes Denkmal um die VORBILDLICHE AUSNAHME zu zementieren und sich in weiten Kreisen feiernd um sich selbst zu drehen…an der Machtverteilung ändert dies nichts.

Zwischentöne

Als Betroffene von sexualisierter Gewalt habe ich lange darum gerungen, wieder in meinem Körper anzukommen. Jetzt war ich nochmal ganz anders und neu auf Körperlichkeit zurückgeworfen und bestaunte von irritiert bis zuversichtlich, was sich da monatelang abspielte. Über allem die Befehls- und Vermessungseinheiten, welche strikt zu befolgen eine schwangere Person heute angehalten ist. Tust du es nicht, machst du dich sofort des (beginnenden) Rabenmuttertums verdächtig. Eine weitere erfolgreiche Strategie aus dem vielfältigen Sortiment von Disziplinierungsmaßnahmen, die den weiblichen Körper im Fokus haben und auf diese Weise Vereinahmungen jedweder Art zu legitimieren versuchen.

Das ich auch in diesem Zeitraum über mich lernte, dass ich nicht cis bin, alles andere als Zufall. Je mehr Menschen um mich herum darauf bestanden, dass ich mich in der Hochphase meiner Weiblichkeit befände, desto klarer wurde mir, dass das für mich nicht zutrifft. Ich fühlte mich auf eine wohlige Art sonderbar in diesem Körper, der solange nicht für mich gewesen war…ich wollte das genießen und mich nicht (wieder) mit den Zuschreibungen Anderer beschäftigen und rumärgern müssen.

2.Strophe

Verblichene Abziehbilder der Mutter dienen als Basis, vermeintlich angereichert mit neuen Hochglanzcovern ala workingmum. Das nicht nur Frauen schwanger werden und Familie nicht gleichbedeutend mit VaterMutterKind ist hat hier keinen Platz. Die Mutter bleibt doppelt biologistisch aufgeladenes Scharnier, dass für den heteronormativen Systemerhalt sorgt. Verwehrt sich eines dagegen, wird es spätestens über das Kind in altbekannte Schablonen zurückgedrängt. Familie™ muss bleiben, was Familie™ schon immer war. Alle, die es anders machen oder wollen nur zu diskreditierende Deserteur*innen.

Ich hatte nicht vor, Teil eines MutterVaterKindensembles zu werden. Bereits in meiner Schwangerschaft diskutierten Freund*innen und ich, wie mögliche Elternativen dazu aussehen könnten, entwarfen Pläne, lachten und fürchteten uns. Nachdem das Kind dann geboren war, gab es fürs Erste weder Raum noch Zeit um weiter daran zu arbeiten. Theorie es anders zu gestalten ab da an ein einziger Luxus, den ich mir in der Praxis nicht mehr leisten konnte. Abgedrängt in eine völlig eindimensionale Auslegung von Mutterrolle. Einzunehmen jetzt und gleich, fest eingebettet in einen präzise abgezirkelten Verhaltenskodex. Bei Nichteinhaltung Maßregelung durch die gesamte Umwelt, vor allem auch durch andere Mütter (die Solidarität endet immer bei „meinem“ Kind!). Vielfalt in Kindererziehung und ein scheinbar erweiterter Familienbegriff- letzlich ein weiteres Märchen Verwertungslogik des freien Marktes. Nur soweit gültig, wie es nicht wirklich an Althergebrachtem rüttelt und ökonomisch nutzbar gemacht werden kann.

Ein neues Lied anstimmen ?!

Den Begriff der “ Mutter “ zu hinterfragen, ihn Stück für Stück abzutragen und durch das Skalpell der Dekonstruktion freizulegen, was darunter wirkmächtig funktioniert ist (m)ein möglicher Weg. Anzufangen fernab von limitierenden Einbahnstrassen in Richtung Weggabelung zu laufen um andere Variationen und Konzepte gelebter Elternschaft zu erkunden.

Outro

Dabei geht es mir nicht darum diejenigen anzugreifen, die sich mit dem Mutterbegriff identifizieren (können) und diesen in ihrem Sinne ausfüllen, sondern Platz zu machen für die, die sich darin nicht wiederfinden. Ich habe viele großartige Menschen getroffen, seit dem das Kind auf der Welt ist, die mit hochhausgroßen Ladungen Wunderbar ihre Wege of Elternschaft gehen…viel zu oft steckt zudem hinter angeblich konstruktiver Kritik von Mutterschaft- von der arroganten Betrachtung sogenannter Mamablogs (die eigene Abgrenzung von selbigen plus Abwertung anbei) bis zum alleinigen Verantwortlichmachen von Müttern für alles Unheil in der Welt- erneut nur Misogynie in unzähligen Facetten…mal mehr, mal weniger geschickt getarnt.

Das Kind lehrt mich Menschsein neu, erinnert mich daran, was wirklich zählt und über allem alles einmummelnde orangegelbe Riesenliebe. Was mich aber nur noch mehr daran Anstoß nehmen lässt wie eng mir die Mutterrolle ist, wie wenig sie in stereotyper Ausführung mit mir und meinem Leben zu tun hat.

Familie und Elternschaft ist für mich das, was ich daraus mache, es ist kein starres Konstrukt, sondern liquide und den Bedürfnissen aller Beteiligten angepasst oder zumindest dies als Anspruch, der den Weg beleuchtet. Sie schließt in meiner praktizierten Version Freund*innen ebenso ein wie mir liebe Menschen meiner Verwandtschaft. Ich würde gern noch viel mehr Kinder in die Welt begleiten und ihnen beim Raum-Einnehmen und Größer-Werden zusehen…aber ich möchte nie wieder und unter keinen Umständen in diese biologistische backlash Hölle zurück, in deren Richtung ich in meinem schwangeren Körper geschubst wurde und die ich noch nicht lange wieder verlassen habe.

Oder etwas frei nach Räuberhöhle : Ich will kein Teil von diesem Mist sein.

 

 

Bittermandeln zu Kuchenstücken !

Heute und noch nicht lange im Angebot:

W !U !T !

Endlich.

Ein Qualitätsprodukt, geschmiedet in langen Wochen und großer Auflage. Oft nachgefragt. Nun in riesigen Blöcken vorhanden.

Ich schreibe dagegen an nicht völlig zu verbittern. Will mir nicht mehr meine schönen Lippen blutig beißen, mir Kommentare verkneifen, d.h. Vergiftendes und Galliges runterschlucken müssen, wieder und wieder.

Verätzt nur von innen, wo doch Erbauliches entstehen soll.

Ich habe den VaterdesKindes nicht verlassen, weil ich ihn nicht mehr gemocht hätte. Ich habe ihn verlassen, weil er geleugnet hat. Dieses zur riesigen Kluft angewachsene Machtgefälle zwischen uns. Welches immer da war, aber beim Eltern_Werden nochmal völlig neu erhellt hat, wie es um die Gleichberechtigung in unserer Beziehung tatsächlich steht.

Erst nur ein haarnadelfeiner Riss und was da hindurch kam, konnte ich noch eine Zeit auffangen und mir zurechtbiegen. Irgendwann hatte ich nicht mehr genug Hände und Kraft dafür plus der Fürsorge eines kleinen Babies. Kein Krümel mehr übrig für Widerstand gegen unsichtbar geMACHTe Mechanismen.

Wer die Macht hat…

Das Leugnen, das lauter gedreht wurde. Maximum Volume 24/7.

Dann nur noch das tosende Poltern, welches den kleinen Spalt in „unüberwindbare Differenzen“ verwandelte.

Ich seh’mich da noch stehen:

Redenredenreden, aufheulen, schreien…als ob es sich um ein Verständnisproblem gehandelt hätte und nicht um schlichte Ignoranz.

Ich glaube, dass Liebe und Vertrauen letzlich nur dort gedeihen können, wo das Beziehungsgeflecht großflächig aus gegenseitiger Achtung, Empathie und Respekt für Grenzen besteht. In Augenhöhe wachsend, mit guter Sicht für alle Beteiligten und dem unbedingten Willen auch wirklich hinzusehen. Einzugreifen, wenn es nötig sein sollte.

Das gilt bei Beziehungen im Allgemeinen und Pflegegemeinschaften für kleine Menschen im Besonderen.

Die ersten Monate gefüllt mit Großfamilienpackungen Schlafmangel und Unsicherheit verbunden mit dem bedingslosen Zurückstellen des eigenen Egos- zugunsten eines winzigen Wesens, das vollkommen abhängig von dir ist. Bis auf Weiteres nicht für sich selbst sorgen können wird.

Gebündelte Strahlen eines riesigen Spotlights, dass jegliche Nuance Unstimmigkeit in gleißendes Licht taucht und brutal ausleuchtet. Die Belastbarkeit einer Beziehung wird auf die Probe gestellt in der Gnadenlosigkeit des EsMussGemachtWerdenUndZwarJETZT …ganz egal, wie eines sich gerade fühlt, was es denkt und was sonst noch so los ist.

Nicht zu vergessen: die von uns gemachte Gesellschaftsstruktur, die Menschen nur in Mütter und Väter teilen kann mitsamt anhängender eindimensionaler Ausführungsoption. Wer nicht hinsehen will, was äußerst wirkmächtig funktioniert, stützt das System und drängt jene, die Schieflagen betiteln, in Erklärungszwänge ab. Stillschweigen wird so zwischen den Zeilen verordnet. Worüber aber keines spricht, das nicht existiert.

Probleme, die Menschen in unterschiedlicher Auswirkung betreffen, werden so ins private Kämmerlein verbannt, das Politische reprivatisiert. Als gälte es lediglich endlich mal klarzukommen, sich zusammenzureißen und überhaupt, emanzipiert sind wir schließlich alle selber…

Noch schlimmer dann, wenn sich doch in breiten Lettern auf die schwarzroten Fahnen geschrieben wurde, es anders zu machen. DIE Schwachstelle meiner Subkultur ist, dass sie sich so sehr gefällt in ihrem Anti-Sein. Widersprüche können da nur abprallen an all den meterdicken Mauern, aus Selbstgerechtigkeit erbaut. Wo sämtliche Unterdrückungsmechanismen für erkannt und verbannt geglaubt, kann nur Spalter sein, wer daran zweifelt oder gar offen zu kritisieren wagt.

Das gilt auch für viele der Neuen Väter™ hier. Szenekings mit Extrakrönchen, welche sie sich an ihren von allen *ismen befreiten Aktivistenegos blankputzen.

Baby/Kleinkindgewordene Realitäten stören da nur.

Es gilt schließlich eine Revolution zu gewinnen. Oder zwei. Mindestens aber ein Plenum bei dem die eigene Anwesenheit unabdingbar ist. Das Konzert für den Widerstand, das noch organisiert werden muss. Zuhause den Kochlöffel zu schwingen ist wirklich zuviel verlangt, bei den zwei bis fünf Voküs, die noch gemacht werden müssen diese Woche.

Die Solidarität, liebe Brüder* und Schwestern* endet an der Haustür zum Squat.

Wohlgebettet auf ‚Nebenwidersprüchen‘ lässt es sich wunderbar ausruhen und für die nächste Aktion Kraft schöpfen:

Es ist doch nicht meine Schuld, wenn die Politdates immer abends sind und einer (sic!) von uns Beiden muss hingehen.

Du wolltest doch unbedingt stillen, ich kann das schlecht für dich tun. Ich hab’dir gesagt wie biologistisch ich das finde und wie unfrei dich das machen wird.

Was kann ich denn dafür, dass immer alle dich fragen, wo das Kind ist, wenn du ausgehst und mich aber mit Keksen bewerfen, sobald ich mit dem Kind zuhause bleibe. Warum sollte ich die Kekse nicht annehmen oder mal deren Backweise in Frage stellen…Kekse für alle und zwar umsonst ! Ok…du bekommst keine Kekse…aber seien wir ehrlich…du bist eben DIE MUTTER und wenn wir mal ganz ganz ganz tief in uns hineinhören bist du doch näher dran am Kind. Auf ganz NATÜRLICHE Art und Weise. Du SPÜRST eben genau, was das Kind braucht.

Ich hatte zwar keine Zeit dir bei der Suche nach einem Kindergarten zu helfen, aber das hält mich trotzdem nicht davon ab, alles shice zu finden in diesem reaktionären Rattenloch das du am Ende für unser Kind ausgesucht hast.

Kinder sind die wahren Anarchisten, aber wehe das Kind hört keinen Punk später oder wählt und dann auch noch die Grünen…das ist dann deine Schuld, seit das Kind da ist, sieht dich eines ja kaum noch auf Demos.

Was wirst du denn schon wieder so wütend…ich hab’doch nur ein Foto bei FB gepostet und mich feiern lassen für „Cutecooler Punkpapa mit Kind“ während du zufällig eben dieses Kind zuhause gesund pflegst. Das hat doch nichts miteinander zu tun, ej.

Und so weiter. Nur ein kleiner Auszug dessen, was sich so oder ähnlich viele Freund_innen und ich so anhören müssen seit das/die Kind/er da sind.

Das wir uns nicht missverstehen. Gerade weil ich nicht daran glaube, dass elterliche Liebe und Fürsorgeskillz etwas sind, dass den Einen* via „biologischer Dreingabe“ mehr läge als den Anderen* regt mich auf wer genau das immernoch behauptet und sich dementsprechend verhält. Noch xmal mehr wenn in meinem ach so radikalen Umfeld einerseits die Utopie der *ismenfreien Gesellschaft obsessiv verteidigt und mantrenartig zelebriert wird, wenn es dann aber an die eigenen Privilegien geht Essig mit ANTI ist. Gefressen wird, was da ist und gekotzt nur über das diskriminierende Verhalten Anderer. Der Bauch gefüllt auf Kosten derer, die betroffen sind.

Die Möglichkeiten all das zu thematisieren oder gar zusammen abzubauen/zu verhindern/es tatsächlich anders zu machen dadurch komplett verbaut.

Ich will meine Bitterkeit nicht länger runterschlucken, ich will sie denen vor die Füße speien, die davon profitieren.

Meine Bittermandeln für Kuchen, die allen schmecken können.

Nicht umsonst sondern der Preis gezahlt von denen, die es sich verdammt nochmal leisten können.

Guten Appetit !

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Nudeln mit Ketchup

Lange schon schleiche ich um das Thema und nähere mich vorsichtig aus allen Himmelsrichtungen:

Armut ist immer das, was bei anderen noch viel schlimmer aussieht.

Mit dem Finger auf den Abgrund zu zeigen, welcher sich zwischen mir und anderen immer dann auftun respektive überhaupt erst sichtbar werden kann, wenn von Gelddingen die Rede ist. Schwer, so schwer.

Ich bin arm.

Damit ist nicht gemeint, dass ich mir das aktuelleste Iphone nicht leisten oder nicht nochmal in den Urlaub fahren kann, mir das 13. rare vinyl diesen Monat nicht kaufe oder doch eins der drei abonnierten Magazine abbestellen muss. Das sind Luxusprobleme, liebe Freund_Innen des Konsums und für derlei Lifestylefragen bitte ich andere blogs aufzusuchen. Küsschen und winke winke.

Ich bin arm und habe Angst das Ausmaß meiner Armut vor euch auszubreiten.

Ich will kein Ausstellungsobjekt für diejenigen sein, die mich dann mitleidig betrachten können um sich danach entspannt zurücklehnen und “ Puhh, die Arme*, haben wir es gut“ zuzuflüstern. Mich so an die Stelle einer bemitleidenswerten Person platzieren…bloß weit genug weg von ihrer eigenen Lebensrealität.

Ich bin arm aber ich SCHÄME MICH NICHT MEHR DAFÜR.

Die Scham war bis eben mein unfreiwillig abgelegtes Schweigegelübde.

Ich bin sogar manchmal stolz: Dass ich es trotzdem schaffe klarzukommen.

Ich habe es satt mich defizitär zu fühlen, weil ich an die meisten Konsumgüter nur so nah herankomme, wie die Schaufensterscheibe es zulässt. Diese Welt war ohnehin nie die meine, was macht das also schon. Als ich Zonenkind das erste Mal mit meinen Eltern in einem westlichen Kaufhaus stehe, bin ich noch sehr sehr klein und alles um mich herum zu grell, zu bunt, zuviel. Ich bekomme Angst und will da schnell wieder weg ( die erste Tüte Nimm2 und ein Pumuckl-Buch trotzdem große Schätze in meinen Händen auf dem Weg nach Hause ).

Stolz, welchen ich aber teuer bezahle.

Wenn ich finanzielle Hilfen von Freund_Innen ausschlage, wenn ich nicht beantrage, was mir das Leben zwischen Studium, Arbeit und Kleinkindfürsorge ein wenig erleichtern könnte, wenn ich mich weigere, mich zum Essen einladen zu lassen oder erst nach langen Erklärungen, die Sätze wie“ Dann musst du aber versprechen, dass ich dich auch bald einmal einladen darf“ enthalten. Wenn ich keiner Menschenseele erzähle, dass ich nachts wieder nicht schlafen konnte beim Rechnungen im Kopf hin-und herschieben oder ob der Frage, wie ich die aktuelle Semestergebühr bezahlen soll. Lieber eine Woche Nudeln, am Ende gar ohne Ketchup, bevor ich das care paket der Freundin annehme.

Stolz, der sich in kleine harte Wutkugeln verwandelt,  wenn mir eines lang und breit erzählt, welche vegetarian shoes es als nächstes erwerben wird, zusätzlich zu den vier fast neuen, die bereits im Schrank stehen. Schnell schiebe ich mein abgetragenes (und einziges Schuh) Paar unter den Tisch und sage “ Ja, die halten echt ewig“.

Und…

Die Wirkung dieses Stolzes ist flächendeckender als ich wahrhaben will. Stülpt einen Mantel des Schweigens über diskriminierende Struktur. Ich sage nichts, niemals und nirgendwo. Schließlich bin ich stark und schaff’das auch ALLEINE, dankeschön. Nichts und niemand kann mir so etwas und so werde ich zur Mittäterin* beim Unsichtbarmachen dieser hässlichen Mechanismen die uns in Gewinner_ und Verlierer_innen teilen (sollen) . Mechanismen, die mich selbst betreffen.  Von Menschenhand geMACHT. Aus der Region und biologisch einwandfrei. Ich will die Arbeit am Erhalt eines menschenverachtenden Systems niederlegen, verweigern, nicht mehr mitmachen. Will nicht mehr zulassen, dass strukturelle Missstände auf Individuen heruntergebrochen werden und dort mit aller anhängenden Verantwortung liegenbleiben. Dass das Politische dadurch REprivatisiert wird.

“ Wenn du etwas wirklich willst, dann schaffst du es auch “ steht auf Transparenten von Menschen, die die Wettbewerbs- und Konkurrenzlogik dieser Gesellschaft längst so verinnerlicht haben, dass sie sie als die natürliche™ und nur folgerichtige Lebenshaltung erachten. Die sie dann gerne hochhalten während sie sich um mein persönliches „Versagen“ versammeln, mit den Fingern auf (vermeintliche) Fehlentscheidungen zeigend.

Meine Verantwortung liegt darin, hinzuschauen, wo ich selbst dabei mitmache und auf welche Art. Mich auch zu erinnern, welche Wege ich bis jetzt gegangen bin und warum. Ohne Wertung. Ohne mich selbst dafür herabzusetzen und zu verdammen.

Ehrlich zu sagen, dass ich manchmal vor Erschöpfung weine. Angst habe unter dem immensen ökonomischen Druck irgendwann einmal zusammenzubrechen. Das wunderbare Kind anschaue und mir die Brust wehtut, weil ich nicht weiß, ob ich mir nicht ganz gewaltig etwas vormache, wenn ich mir sage, dass es die gleichen Chancen wie alle anderen haben wird. Weil ich doch alles dafür in meiner Macht Stehende tue. Denn hier ist der Punkt, wo ich mir eingestehen muss, dass meine Macht eine kleine ist…und je mehr ich zeige, dass es trotzdem geht, nur die bestätige, die weiter oben benannte “ Du bist deines Glückes Schmied „ Marktpolitik für einzig wahr halten.

Ein Teufelskreis.

Der weitaus größere Anteil an der Verantwortung liegt doch bei denen, die privilegiert sind, die (mehr) MACHT haben, meiner Stimme und der Anderer Gehör zu verschaffen, Raum (ab) zu geben um dann zusammen Dinge zu ändern.

Bei einem respektvollen und konstruktivem Gespräch auf Twitter über diesen Text der Bloggerin Mama Miez ist mir wieder aufgefallen, warum ich nicht länger still sein will.

Es geht mir mitnichten darum, Eine mit Negativismus zu bewerfen, welche einfach etwas Nettes getan hat. Wer behauptet das 20 Euro auch nichts ändern würden, entlarvt sich selbst als privilegierte Person, die nicht weiß wie es sich im „prekären“ Bereich der Gesellschaft anfühlt. Das die Bloggerin Empathie gezeigt und offensichtlich mit ihrem post auch bei anderen geweckt hat, ist doch zu begrüßen.

Mich beschleicht beim Lesen nur einmal mehr das Gefühl, dass es am Ende wieder ausschließlich um das abfeiernde Bestätigen des eigenen (gesellschaftskonformen) Lebensentwurfes geht und die ältere Dame samt ihres offensichtlichen Elends zur Backgroundmusik degradiert wird…eine Begleitmelodie, welche unterstreicht wie menschlich und warmherzig eines selbst ist und nach Beifall heischt. Nun ist Mama Miez weder politisch motivierte Bloggerin noch will ich diese Tatsache be- oder gar abwerten. Ausgerechnet an ihr strukturelle Diskriminierung abzuarbeiten und sowohl sie als auch die ältere Dame in oben/unten Stellvertreterinnenrollen zu besetzen ist zudem anmaßende selbstgerechte Dialektik, die keinem Menschen etwas nutzt. Als hätten abwertende bis zynische Reaktionen jemals bedürftige Kühlschränke gefüllt oder wartende Rechnungen bezahlt.

Mich stört vielmehr, dass sich die meisten der Kommentator_innen eher mit der Großartigkeit der Autorin beschäftigen, unzählige Male wiederholen, wie toll das doch alles wäre und die eigentliche Alltagsheldin in dieser Geschichte dabei vollends im Hintergrund verschwindet.

Eine erneute Auflage von wir hier und euch dort. Erleichterndes Ausatmen, wenn eines sich auf der richtigen Seite befindet.

Wichtige Fragen, die auch in dieser Diskussion aufgeworfen worden, sind für mich vor allem die nach der Würde plus deren Aushängeschild, dem Stolz und wie von oben nach unten verteilt werden kann ohne das selbige berührt wird.

Ich möchte aber, dass wir darüber reden, warum es dieses oben/unten überhaupt gibt und was sich zudem dazwischen noch alles abspielt.

Wo die berühmte Schere zu wachsen beginnt um dann Lebensrealitäten zu schneidern ( und wer sie hält !) und am Ende genau die klaffenden Abgründe zurücklässt, in die auch ich schon gefallen bin. Weil es irgendwann aus menschlicher Kraft nicht mehr möglich ist diese Kluft zu überwinden, schon zweimal nicht ganz auf dich selbst gestellt.

Pisa-Studie, OECD-Bericht, Bildungsbericht der Bundesregierung, die Grundschulstudien Iglu und Timss, die jüngste Erhebung der Bertelsmann-Stiftung – immer und immer wieder wird das deutsche Bildungssystem untersucht, mit unterschiedlichen Methoden und unterschiedlichen Fragestellungen. Die Diagnose ist immer dieselbe: In Deutschland sind die Bildungschancen extrem ungleich verteilt. ( Quelle : http://www.zeit.de/2013/28/bildungsungerechtigkeit-bildungspolitik )

Die Verachtung des sogenannten ( wo auch immer dieser anfangen oder aufhören mag) Mittelstandes für sich in Armut befindende Mitmenschen mitsamt all den distanzierenden oft abfälligen Begrifflichkeiten entspringt der Angst selbst irgendwann dazuzugehören… Oder sich bereits näher zu sein als eines als Tatsache anzuerkennen bereit ist. Es verwundert nicht, dass es beispielsweise FunktionsTV- und fastfoodbashing braucht, dass dir immer wieder versichert, dass DU nicht so bist.  Wenn du dann auch noch alle second hand Klamotten in Vintage stuff umlabelst, auch weil du dir die neuesten Klamotten nicht mehr leisten kannst, dann ist hexhex wieder alles so wie es sein soll. Die Mitarbeiterin meiner Bank, die verächtlich schnaubt als sie feststellt, dass ich ein P-Konto habe und mich ab da nur noch geringschätzig abzukanzeln versucht…nur ein weiteres Beispiel, wie sich Menschen in unsicheren Zeiten stetig ihrer eigenen Rechtschaffenheit und Normalität versichern müssen.

Armut, Geschlecht, Körper , race etc. werden so immer wieder zur jeweiligen Negativschablone von der es sich positiv abzusetzen gilt. Armut zur Hipsterness zu erklären und ironisch hochleben zu lassen ist übrigens auch wenig hilfreich. Es ist es nämlich nur dann romantisch, bei Kerzenlicht im Camouflage-Trainingsanzug einen leckeren Teller Nudeln mit Ketchup zu verspeisen, wenn du dazu die freie Wahl hattest. Wenn die Kerzen brennen, weil du die Stromrechnung nicht bezahlt hast, Trainingsanzug+Nudeln mit Ketchup das Einzige sind, dass du dir noch leisten kannst bist du auf der anderen Seite, da wo keines sein will und du mitleidige Blicke zuhauf bekommst und zwar völlig kostenlos.

Was ich darüber hinaus schwierig finde sind Stimmen aus gesellschaftskritischen Kreisen, die Texten die Relevanz absprechen, je mehr sie persönlich gefärbt sind. Auch hier ein REprivatisieren von einem Thema, das soviele (und immer mehr) betrifft und dadurch mit genau den Mechanismen gedeckelt wird, die doch an anderer Stelle so vollmundig bekämpft werden (sollen). Das hätte Bourdieu ganz sicher nicht gefallen.

Stattdessen könnte eines die Energie nutzen und die eigene Position samt möglicherweise anhängender Privilegien einer ausführlichen Prüfung unterziehen.

Ich bin arm, aber ich schäme mich nicht mehr dafür.

Schweigegelübde gebrochen.

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Magic Touch

Regen schießt kleine nasse Gewichte auf meine Haut und zieht mich ins HIER und JETZT. Dort auch zu bleiben habe ich vom Kind gelernt.

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Voll und groß von soviel Fühlen laufe ich durch leere Straßen nach Hause.

Rühre an Eingemachtem, denn Glück ist anders als erwartet.

Gestern noch ganz schwer von all der Hitze und Begierde, die mich in meinen Träumen einschloss. Fragile Zartheit massiver Welten, die in meinem Hasenherz entstehen- vergehen und verletzen können.

Ich denke an mich-  polterndes Lachen. Ansteckend vielleicht…wenn da noch eines wäre. Was nicht ist. Fühlt sich leise an. Gut. Sachte.

Allein-Sein und doch nicht einsam. Alles andere als das.

Ich bin dankbar, mir und Anderen…dass ich es noch lernen konnte: SELBSTakzeptanz. Liebe. Vertrauen. Erfüllt von mir und euch und dem was drumherum passiert. Nicht oft. Irgendetwas zehrt immer. Wieder.

Vielleicht soll das auch so, ich weiß es nicht.

Ich weiß aber sicher, dass ich- als ich das erste Mal etwas überlebt hatte und erneut leben lernen musste wollte- mit dem Einfachsten, Elementarsten angefangen habe:

Essen.Trinken. Schlafen. Schmecken. Tasten.

Mir nochmal trauen und mich fühlen. Auch hinsehen. Zuhören.

Kleine Injektionen Leben. Langsam und in regelmäßigen Abständen verabreicht. Unsagbar schwer auszuhalten, wenn vorher alles in Angst und Schmerz getaucht war.

Es gab Zeiten ( blass getönte Bilder, aber vergessen ist es nicht), da habe ich mir nicht mal Träumen erlaubt…es ging nur ums Überleben. Im wörtlichsten Sinne. Der einzige Wunsch: Das es aufhört wehzutun. Jetzt kann ich die Weite wieder feiern, die im Träumen wartet.

Was mir dabei schwer verdaulich ins Bewusst-Sein tropft :

Wie wenig Raum doch für die großräumig Verletzten ist.

An Menschen und deren geMACHTen Strukturen zu kranken ist nur so lange tragbar, wie du es schaffst alles am Ende in gewonnene Stärke zu gießen…das Nicht-mehr-Klarkommen aber, dieses Ausgeblutet- und Ausgedünnt-Sein selbst, jenes Sich-So-Am-Ende-Fühlen, dass der Brustkorb bei jedem Atemzug schmerzt samt Reflexion darüber…ach, mach‘ DAS doch bitte mit dir zuhause ab.

Wut ist die Währung, die alle gern entgegennehmen (ich auch, gerade jetzt !) aber das da auch eine unglaubliche Kraft in JEDEM Überleben wohnt und das Dünnhäutigkeit und Verletzlichsein keine Schwächen sind…als ob es in einer Welt, an der du ob auf permanentes LAUTundFORDERNDgedreht schier verzweifeln kannst, nicht umso wichtiger ist JEDE EINZELNE NUANCE hochleben zu lassen in der du es NICHT tust. Oder anders: Sichtweisen ver_rücken und dann dein Handeln verändern kannst ohne dass es dich zerreißt.

Ent_täuscht-Sein auch als Ergebnis von Aktivismusbattlen und keinem (öffentlichen) Raum fürs Verschnaufen. Irritationen, wenn ich es wieder mal nicht geschafft habe bei allen Debatten und Diskursen am Ball zu bleiben. Der lange Arm des Konkurrenz und Wettbewerbsgedanken…er reicht auch weit in meine (netz) feministische bubble hinein- Fragen nach dem Befinden dann mit komisch-drängenden Untertiteln.

Wie schön ich es finde, immer noch berührt werden zu können. Das bei all dem wulstigen Narbengewebe nämlich genug Stellen übriggeblieben sind auf die das Fühlen zielen kann.

Wie sehr ich mir jetzt noch wünsche, dass es auch Platz dafür gibt zusammen saftlos auszuruhen während wir uns die sperrigen spitzen Lebensunwegbarkeiten aus dem Fleisch pulen.

Mehr Willen zu verstehen, dass es manchmal schon anstrengend genug ist, sich überhaupt bemerkbar zu machen. In Kontakt zu bleiben, wie auch immer der dann im Einzelnen aussehen mag. Wie schwer es sein kann, sich zu (Wort) melden, wenn 1 schon völlig vergessen hat, wie die EIGENE Stimme klingt…oder sie überhaupt erst noch finden muss.

Was mir hilft:

Wenn ich mich mal wieder in der Sehnsucht verlaufen habe, ich mich nur noch niedergedrückt auf dem Boden unliebsamer Tatsachen wiederfinde und mir alle Lampen auszugehen drohen, sind mir Eigenliebe und all die gerngehabten Menschen hier (on) und dort (off) Lichter, die mögliche Wege heraus (er)leuchten. Oft zusammengesetzt aus vermeintlichen Kleinigkeiten. Warmer Glitzerkitt, der mich zusammenhält wenn ich im Alltagskampf fast zerbrösele.

Ich kann mich dann wieder vorsichtig weg bewegen von tiefsitzenden starren Denkmustern, die Großes von mir erwarten und hangel mich stattdessen von Liebhab zu Liebhab. Ein kleines großes Berührt-Sein im Augenblick, das alles bunter färbt:

Ein richtiger Brief in den Händen oder die Karte aus Japan von Menschen, die ich noch nie getroffen habe. Zusammen auf einem Konzert in Musik eintauchen und dabei Zeit und Raum vergessen. Eine Suppe von der Nachbarin vorbeigebracht bekommen. Der Dozent, der unerwarteterweise auf meine Ichhabnichtsmehrzuverlierenmail mit Wiesenthalplakat-Zitaten ( „Spät, aber nicht zu spät.“) antwortet. In Wirklich und Echt getroffene Menschen, die ich vorher nur von ihren blogs kannte und die noch viel toller sind als gedacht. Gespräche bis in den Morgen, die Müdigkeit verwischen und alles mit neuer Klarheit streichen. Liebesgrüße per Punkpost ( meist von umherreisenden/tourenden/wieauchimmer bewegten Menschen weitergetragene Päckchen/Briefe mit Zines/Platten/Botschaften etc., die die üblichen Postwege umgehen ;)…) von einer meiner LieblingsriotgRRRlbands…

Das Kind…immer wieder dieses Kind…wie es mir die Haare aus dem Gesicht streicht und versucht hinters Ohr zu schieben, so wie ich es immer bei ihm mache. Wie es meinen richtigen Namen sagt (woher weiß es den ???) genau wie Bastian in der Unendlichen Geschichte den neuen Namen der Kindlichen Kaiserin. Wie es überhaupt beim Einschlafen immer wieder die Namen derer wiederholt, die tagsüber einen bleibenden Eindruck in seiner Welt hinterlassen haben, gerade so als gälte es sie kurz vorm Schlaf nochmal ums Bett zu versammeln. Wie es wogende Bäume anstarrt und sich dann langsam mitbewegt. Wie es laut kreischt beim Anblick der Hauskatze, die immer flieht, wenn sich das Kind nähert. Wie es allen Menschen und Tieren, denen es begegnet auf der Staße ein“ Halloooo“ entgegenschmettert. Wie es, wo es geht und steht Rhythmus und Melodie entdeckt und sich dann im Kreis dreht oder mit den Armen schlenkert und mich so daran erinnert, dass Musik wirklich ÜBERALL ist. Wie es auf Menschen zugeht…achtsam, abwartend und sich Ihnen dann voller Vertrauen nähert.  Wie es so verdammt freigiebig mit seiner Liebe umgehen kann…bedingungslos und ganz und gar.  Ich habe gar keine Wahl als immer wieder zu mir zurückzukehren mit diesem kleinen Seismographen bei mir, der für absolute Aufrichtigkeit sorgt oder eben an die Abwesenheit selbiger mahnt.

Rührt an Althergebrachtem, denn Selbstverständlichkeiten sind für die Eingerosteten.

So nehme ich das Heute und stelle es zu den anderen HIER und JETZT-Momenten. Gesammeltes Erfüllt-Sein als Depot für widrige Zeiten.

Mein System zum (Über) Leben.

Was vermag euch zu berühren? WIe behelft ihr euch in schwierigen Situationen ? Wie wehrt ihr ein drohendes Ausgebrannt-Sein ab? Was macht ihr, um es gut gehen zu lassen und euch zu erholen ? Warum ist es überhaupt so notwendig, sich immer wieder auszuruhen ?Ist es nicht bedenklich, dass schon das „normale“ Klarkommen oft soviel Energie verbraucht ? Was heißt für euch schönes Leben ?

Shocks in der Katerstadt

Es mag beginnen mit einem Schock…aber ich hoffe, am Ende stehen wir.

Ein bißchen erschüttert, ein wenig zerrüttet aber mit frohen Herzen und klaren Gedanken.

Ich, du und alle, die wir kennen (und liebhaben).

Heute:

Es ist kurz vor Zwei und es ist viel zu heiß…Gedanken braten auf schwitzigem Körpergefühl. In meinem 1Raum-Luxusschuhkarton schwimmen das Kind und ich in einem unruhigen Mittagsschlaf dem Aufwachen entgegen.

Ich höre jemanden im Hof meinen Namen sagen und schäle mich langsam aus träger Benommenheit als es auch schon an der Tür klingelt.

Davor stehen Herr und Frau criminal investigator in Zivil (und zwar jene, die immer die schlechten Nachrichten überbringen) und bitten um Auskunft und Einlass. Dank der ganzen Woche Dexter bin ich selbstverständlich bestens auf derartige Situationen vorbereitet. Nicht.

Ich gehe nachsehen ob das Kind inzwischen vollkommen erwacht ist. Da mag ja kommen wer will, der Mittagsschlaf ist heilig. Das Kind guckt mir wortlos (ungewöhnlich !) und erwartungsvoll entgegen.

Ob ich den Herrn X kennen würde. (In der Tat. Ist er doch der Vater meiner Tochter und nach langen Kämpfen auch wieder ein Freund.).

Wann ich ihn zuletzt gesehen hätte – (Gestern, als er das Kind brachte, wieso ?). Ich lasse Beide ein. An der Tür möchte ich auch nicht klären, was auch immer da zu klären ist.

Ob ich mich nicht setzen möchte. (Nein, eigentlich nicht und ihre Kollegin steht ja auch noch- btw, wollen sie sich nicht doch hinsetzen, sie machen mein Kind nervös- aber wenn sie schon mit so einem bedeutungsschwangeren Ton fragen… auch wird mir langsam ein bißchen schlecht). Das Kind ahnt das etwas ganz und gar nicht stimmt und ist wie erstarrt. Ob er Tattoos hätte und ich diese beschreiben könne. Ob ich ein Foto hätte…ich frage zum wiederholten Mal worum es zur Hölle denn gehen würde. Nun, wenn sich herausstellte, dass es sich bei gesuchter Person um Herrn X handelte hätten sie leider eine traurige Mitteilung zu machen.

Diese wäre gestern tot, mit wenigen Sachen bekleidet und auf der Straße liegend vorgefunden worden.

Stille.

Schock.

Ich beginne zu schnappatmen und zu weinen und Frau criminal investigator nimmt mich in die Arme…die Frage nach dem Photo wird wiederholt. Ich gehe zum Kind und drücke es fest an mich. Ich zittere. Ich kann es nicht fassen. Ich glaub’das nicht. Ich glaub’es wirklich nicht, ich brabbele vor mich hin, ich erkläre warum ich keine Photos zu Hand habe als mir der Computer einfällt. Ich zeige den Beiden zwei drei Bilder dort und Herr criminal investigator geht telefonieren weil er nach einer auf Fotos sichtbaren und ihm unbekannten Tätowierung fragen will. Ich bin jetzt ganz ruhig. Ich versuche das Kind zum Trinken zu bewegen. Ich rede mit Frau criminal investigator über Fahrwege zu Unis und das Wetter. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der VaterdesKindes heute oder gestern ausgehen wollte in der Nähe des…ähm…FUNDORTES (ehrlich, diese SPRACHE im Zusammenhang mit toten MENSCHEN…) aber ich habe ein „gutes“ Gefühl. Nur kurz denke ich darüber nach, wie ich es dem Kind beibringen soll, falls ich mich irre und er es doch ist.

Herr criminal investigator kommt wieder. Er ististist es NICHT. Der gefundene Mensch hätte keine Tattoos an dieser Stelle und Tattoos verschwinden selten über Nacht. Ich habe die glorreiche Idee, den VaterdesKindes ANZURUFEN…

Nach mehrmaligen Klingeln geht der (fast)Totgeglaubte ans Telefon. Ich höre die Verwirrung, den Unglauben und das darauffolgende Herzrasen, das leicht irre Lachen…die vier Phasen des Diehamgedachtichwärtot…hust.

Was bleibt sind die Fetzen tiefsten Entsetzens, die paar Sekunden, die ich geglaubt habe, es könnte vielleicht stimmen. Mir noch nachhängend.

Nicht zu vergessen, dass es da jemanden gibt, der tatsächlich verstorben ist. Noch jung war. Wahrscheinlich Angehörige und FreundInnen hat, die in diesen Stunden kontaktiert werden. Für die aus Schrecksekunden Endgültigkeit werden. Die KriminalbeamtInnen fragen mich noch, ob ich mir vielleicht die Photos vom Toten ansehen möchten, vielleicht würde ich ihn kennen. Ich frage, ob es schlimme Bilder sind und erinnere auch an das Kind im Raum. Er würde aussehen als schliefe er…und das stimmt. Ich kenne ihn nicht. Sehe auch keinerlei Ähnlichkeiten zu (doch noch) lebenden Personen…

Außerdem nennen sie noch einen Spitznamen…hätten sie diesen gleich erwähnt, hätte ich ihnen sagen können, dass es sich relativ sicher NICHT um den VaterDesKindes handeln kann.

Wir ( d.h. wir als in die Geschichte zufällig hineingeratene Personen) wissen inzwischen, um wen es sich handelt. Die Ähnlichkeit der Vor-und Familiennamen haben höchstwahrscheinlich für die Verwechslung gesorgt. Ich lasse mich nicht weiter darüber aus, was eine gründlichere Recherche mir und dem Kind erspart hätte. Oder wieviel Rassismus darin steckt, zwei sich ÜBERHAUPT nicht ähnlich sehende Personen nur wegen demselben polnischen Vornamen und dem denselben Anfangsbustaben des Familiennamens in einen Ermittlertopf zu werfen. Angeblich hätte es noch jemanden gegeben, der den vollen Namen vom VaterdesKindes genannt hätte als die Leiche gefunden wurde mit der Aussage, es könne sich dabei um ihn handeln. Unlogisch. Denn entweder ich kenne jemanden kaum und sage, er KÖNNTE es sein…dann weiß ich aber sicher nicht ganze Namen samt Schreibweise ODER es war jemand, der ihn gut kennt, dem/der dann aber sicher kein Fehler beim Identifizieren unterlaufen wäre- der Vater des Kindes ist den Meisten auch nur mit seinem Spitznamen bekannt.

Nachdem ich, teils durch Zufall, teils weil ich beim Aufräumen alte Briefe gefunden hatte, die ganze Woche völlig mit dem Kopf/Hasenherz in der Vergangenheit hing, war dieses Erlebnis ein schlagariges eiskaltes (SO hatte ich mir das mit der Erfrischung gestern NICHT vorgestellt) In-Die-Gegenwart-Zurück-Befördert-Werden.

Herr criminal investigator ruft mich später an, um sich nochmal zu entschuldigen, sich meinen Schwall (Ich hatte mich inzwischen gesammelt) “ Was für eine shice war das denn, Schock, hätten sie uns ersparen können mit besserer Recherche, rassistisch, was passiert mit unseren Daten usw.“ anzuhören und endet mit den Worten “ Ich hoffe, wir sehen uns nie wieder“. Cops mit Humor, allerliebst.

Der VaterDesKindes war dann Abends noch kurz da, das Kind schlief bereits. Wir konnten schon Witze machen, dass er doch ganz frisch aussähe für ’ne Leiche und ob das der neue Hipster-Zombie-Style wär.

Wenn so eine Situation nicht eine riesige Umarmung und ein ‚Schön, dass es dir gut geht, altes Haus“…dann weiß ich auch nicht.

Also herzt doch alle mal eure Lieben von mir und seid froh, dass ihr euch habt und es euch gut geht miteinander.

(Selbst)Sabotage

Ich schaffe es nicht, dieses Leben.

Es schafft mich.

Ich rennerennerenne mir selbst und meinem riesigen Anspruch nach und am Ende (ent)stehen große Erschöpfung und noch größere Löcher im Nervenkostüm.

Ich studiere wieder, die Betreuungssituation fürs Kind ist schwierig und meine Energien begrenzt.

Ja.

Die Ursachen liegen dennoch tiefer und sind so vielschichtig, dass ich sie nur langsam und oft unter großen Erkenntnisschmerzen freilegen kann.

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Das Außen:

Da sind natürlich zuallererst die Zustände, die es schwierig machen das Leben frei zu gestalten.

Darum geht es mir hier und heute aber nicht.

Auch wenn ich mich selbst nicht gern so sehe…ich mache mir (immer noch) viel zu viele Gedanken darüber, wie das, was ich tue/sage/schreibe ‚draußen‘ ankommt.

Nicht bei denen, die ohnehin nicht zu mehr in der Lage sind als  destruktiven *istischen Müll in die Welt hinauszutragen. Wer nicht mal ein bißchen eigene Positionen reflektieren oder Privilegien hinterfragen kann hat sich bei mir für einen Austausch disqualifiziert.

Nein.

Wer mich wirklich zu treffen vermag sind all die Leute, die ich off-und online großartig finde und anhängend das was sie tun/sagen/schreiben.

Ihre Meinung ist mir wichtig und somit ihr Einfluss auf mich nicht zu unterschätzen. Wenn wir uns missverstehen, Konflikte stattfinden, wir aneinander- und Gemeinsamenkeiten aus dem Fokus geraten, kann mich das schon mal so beschäftigen dass ich mich selbst dabei aus den Augen verliere. Was keinem Menschen etwas bringt, mich aber unendlich viel Kraft kostet.

Um mich genügend abzugrenzen und wiederzufinden fehlen mir bisweilen Raum und Zeit.

Zudem wünsche ich mir online oft einen Ort, an dem ich mich zusammen mit Anderen auch über immer wieder kehrende Fragen, Unsicherheiten, das Scheitern und Versagen in netzpolitischen feministischen Diskursen austauschen kann. Ohne Angst vor künstlichem B ( aka Beurteilung, Bewertung usw.) .

Worüber ich auch immer wieder stolpere ist die Unverträglichkeit politischer Arbeit mit dem Elter-Sein. Kürzlich zum ersten Mai , während vor meiner Haustür Menschen ‚ Die Häuser denen, die drin wohnen ‚ brüllten habe ich dem Kind den Rotz aus dem Gesicht gewischt und es ins Bett gebracht.

Gefühlte Lebensferne, die viele politische Kämpfe für mich haben, wenn sie doch nur in hübsch klingenden wortreichen Theorien stecken bleiben ( eine der raren Ausnahmen zum Beispiel this ) meets Für-Mich-Nicht-In-Frage-Kommende-Uhrzeiten von Treffen, workshops , Demos etc. samt anschließenden Diskussionen. Dort angebotene Kinderbetreuung ist die Ausnahme oder schlicht nicht vorgesehen. Ich weiß, dass das trotzdem machbar ist und bitte kommt  mir jetzt nicht mit ‚ ist alles eine Frage der Organisation oder ‚wenn du wirklich willst‘ blabla. Alles schon 1000mal gehört. Danke für nichts. Mir geht es um eine Änderung des status quo, nicht um eine Kritik meines Beitrages zu allem. Das mache ich schon genug, keine Sorge.

Ich will auch nicht meine Gallegehtmirüberwut leugnen, wenn sich z.B. von den Eltern gesponserte profilierungssüchtige Großmaullinke neben mir auf dem Plenum über Gentrifzierung aufregen und dann in ihre luxuriös ausgestatteten loftigen SuperWGs gehen während die Ein-Raum-Wohnung, die ich mit dem Kind bewohne langsam zu eng wird. Ich bin schon öfter in dieses Gefälle persönlicher Betroffenheiten gestürzt. Es ist einem Zusammenkommen nicht unbedingt förderlich, wenn ich Anwesenden ihre Doppelmoral vor die in vegetarian shoes steckenden Füße kotzen muss.

Das Innen :

Ich feiere mit großer Freude und noch mehr Enthusiasmus, was mir gefällt und mich weiterbringt/zum Nachdenken anregt/oft einfach ereilt und sprachlos glücklich zurücklässt. Ich bin der ausdrücklichen Meinung, dass ich das gar nicht oft genug hochleben lassen kann. Als Gegenmaßnahme zu den (partiellen !) mistigen Gegebenheiten in dieser ulkigen Welt. Ich stanze innerlich Schönmomente ein, fertige Großaufnahmen davon an und hänge alles auf.

Daneben dann meine Selbstbilder und vor allem in letzter Zeit wirke ich auf diesen klein und blass und manchmal vergesse ich völlig, wie groß ich doch schon bin und stark und wach und schön und wunderbar…

Erst kürzlich enttarnt habe ich dabei auch etwas, was ich hier die erweiterte Selbstsabotage (Danke an N. für dieses treffende Wort ) nennen möchte:

Bücher nicht rechtzeitig in die Bibliothek zurückbringen, ein fettes Bußgeld dafür kassieren; es nicht schaffen den Studi-Ausweis nachzureichen, um bloß 7 statt 40 Euro zu zahlen nach einem ohneTicketerwischtwerden in der U-Bahn (alles vorm Hintergrund großer Geldsorgen); sich mit Leuten treffen, die immer nur von sich erzählen, obwohl ich es besser weiß, dafür den Leuten, dir mir guttun absagen ( Hallo hallo A+M+J+F+K…ich lieb’euch ! ); Dinge solange nicht erledigen, bis ich sie nur noch unter großen Druck und mit viel Stress umsetzen kann ; …

Einzeln betrachtet vielleicht nicht hochproblematisch jedoch in der Summe völlig kontra und kraftgeldzeitnervenraubend. Von allem habe ich ohnehin schon viel zu wenig.

Mehr Sabotage an Strukturen, die Kackzustände ermöglichen und weniger an mir selbst.

Ein Bewusstwerden und Benennen, wo ich mir dabei selbst im Weg stehe ist vielleicht ein Anfang:)…

In diesem Sinne :