Take On Me

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1, 2, 3

Gedanken von Gefühlen schälen und über alles Wortverpackungen kleben fällt mir schwer dieser Tage. Schreiben wie an Steinbrocken lutschen…sperrig und unergiebig.

Ich war nun eine lange Zeit überall nur nicht bei mir. Keine Zeit für mich, meine Baustellen inklusive. Bis der Bauschutt von dort einfach alles bedeckte, ignorieren und weitermachen nicht mehr möglich.

Dabei war ich oft schon im gängigen Funktioniermodus überfordert. Ständige Fehlermeldungen flogen mir links und rechts um die Ohren. Das Kind ausgenommen habe ich gerechterweise alles Andere gleichermaßen schleifen lassen und die Ergebnisse davon schliffen mich dann runter bis auf die Knochen. Vor allem meine finanziellen Sorgen eine ätzend-säurige Substanz die mich bis auf meinen kleinsten Nenner zersetzten. Im Kopf mit lauter Ausrufezeichen versehene Pläne das Ruder rumzureißen, mir wieder mal selbst auf die Beine zu helfen. Kaum möglich letzlich, gefühlt eher von einem überquellenden Problemloch zum nächsten rennen.

Mich mittendrin dann plötzlich verlieben. Großangelegte Klopfzeichen in der Herzgegend. Beats, die mich irritieren wie freuen.

Später auch schiefkreischende Angst auslösen.

Trotzdem/Gerade wegen all dem blüht das Leben sich durch die kleinen Risse im Überlebenskampf. Das wunderbare Kind, meine großartigen Freund*innen, ich in schwarzen Pseudochucks, wie ich das alles wuppe. Sonne im Gesicht, kalte Club Cola Mate in der Hand, Glitzer in den Haaren.

Themen, die ich längst abgeschlossen und eingemottet glaubte zerren zusätzlich an meinen Nerven und kurzzeitig hatte ich ihnen wirklich nichts mehr entgegenzusetzen, es scheppert gewaltig in meinen Ohren als ich auf hinter mir gelassen geglaubten Boden knallhart aufpralle…nur ist das nichts Neues, diesmal jedoch anders.

Ich bin vielleicht überrascht, weil es nochmal so kracht, alles, ich meine A-L-L-E-S so durcheinanderwirbelt, was ich bisher für befriedeterledigt hielt, wo ich mich angekommen dachte.

Ich merke aber…hinter all der Anstrengung, all den furchtbaren Nächten in denen ich meine Gedanken bewache und mir Pragmatismus überstülpe wie eine Tarnkappe…dahinter merke ich, das muss jetzt so und es wird besser.

Es ist schon besser.

Winzig fühlte ich mich dort, völlig unsicher woher der Wind weht. Kleines Kind auch innendrin, wünsche ich mir zusammengeschrumpft auf das Wesentliche, das zum Leben tatsächliche Notwendige nichts sehnlicher als das mich auch mal 1 an die Hand oder auf den Arm nimmt und mir sagt:

Alles wird gut, du kannst auf mich zählen.

Es hilft so sehr, dass da Leute sind, die mich liebhaben.

Doch das hier…das muss ich selbst machen. Vom Kleinsten auf und nochmal von vorn. Sonst schmettert es mich wieder völlig in den Hintergrund während ich bewundernd und staunend auf gemochte Menschen blicke. Ich mag mich auch gern, aber wenn es mich wieder wegfegt ob des Tollseins Anderer besteht eine große Gefahr mich und meine ureigenen Angelegenheiten aufs Nebengleis zu verabschieden.

Immernoch.

Also nochmal zurück, aufräumen, durchfegen und dann endlichendlichendlich auf zu all dem, was da noch drängelnd vor der Tür rumlauert.  Mit Anstrengung daherkommt, bizarr glitzert, wütend leuchtet, seltsam lieblich duftet, neue Lieder bringt.

Ich bin gespannt. Von hier bis jetzt.

Wär’schön, wenn ihr dann auch noch da seid <3.

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